Die Datenmenge im Internet und lokalen Netzwerken ist in den letzten Jahren zu gigantischen Mengen angewachsen. Schon längst wird kaum noch in Gigabyte, sondern nur noch in Terabyte gerechnet. Die Kommunikation über die Datenautobahnen der Netzwerke verlangt eine sorgfältige Organisation und nachvollziehbare Strukturen. Die Fehlerhäufigkeit beim Versenden oder Speichern der Daten ist mit der Menge der Daten gestiegen und es kommt zu immer mehr Havarien im Datenverkehr durch Fehlbedienungen der Nutzer oder defekte Bauteile in Netzwerken und Computern. Der Verlust von Daten kann für Firmen und Privatleute katastrophale Folgen haben, wenn kein Backup zur Verfügung steht. Daten retten bei Datenverlusten wurde in der Informatik daher zu einem Spezialgebiet. Es stehen jedoch auch für jedermann im Netz erhältliche Tools verschiedener Anbieter zur Verfügung. So kann man sich zum Beispiel bei chip.de oder anderen im Netz vertretenen Medien solche Rettungspakete downloaden. Doch auch hier ist Verständnis für das was man tut Voraussetzung.
Datenverlust genau eingrenzen
Die erste Aufgabe zum Retten von Datenbeständen ist das Evaluieren des Verlustumfangs. Oft ist bei Datenverlusten zunächst nicht bekannt, wie umfangreich der verlorene oder beschädigte Datenbestand überhaupt ist. Die Spezialisten untersuchen daher zunächst alle noch verfügbaren und gelöschten Datenbestände auf den Festplatten. Gelöschte Daten werden nicht von Festplatten entfernt, sie werden lediglich als Speicherbereich wieder freigegeben und könnten im nächsten Arbeitsschritt wieder überschreiben werden. In den Übersichten wird lediglich der Dateiname nicht mehr aufgeführt. Die Spezialisten können diese Freigabe rückgängig machen und die noch nicht überschriebenen Daten können wieder aufgerufen werden. Schwieriger ist die Rettung von Daten bei mechanischen Defekten von Festplatten.
Wiederherstellung von Daten bei Hardwaredefekt
Mechanische Fehler an Festplatten können die Oberfläche der Speicherplatten beschädigen. In speziellen Labors können Festplatten dennoch weitgehend rekonstruiert werden. Die Spezialisten öffnen die Festplattengehäuse in einem Reinraum und lesen die Daten der unbeschädigten Plattenanteile mit ihren Spezialwerkzeugen aus. In vielen Fällen können so große Teile der Festplatten vollständig rekonstruiert werden. Die Arbeiten können sehr aufwändig sein und je nach vorhandener Beschädigung lange dauern. Die Kosten für eine solche Datenrettung können für die Geschädigten jedoch oft weit unterhalb des Schadens bei einem kompletten Datenverlust liegen. Wenn zum Beispiel alle Familienfotos seit Jahren ohne Backup auf einer einzigen Festplatte gespeichert wurden, ist die Rekonstruktion sinnvoll. Bei Firmendaten geht es häufig um technische oder geschäftliche Daten, die unbedingt verfügbar gemacht werden müssen.
Spezialfirmen mit Datenrettungssoftware
Daten retten bei Datenverlusten wird von extra dafür geschriebenen Programmen unterstützt. Diese Datenrettungssoftware greift tief in die Ebene der Betriebssysteme ein und ist oft sehr an der jeweiligen Hardware orientiert. Die Programmierer dieser speziellen Software müssen über ausgezeichnete technische Kenntnisse verfügen, damit sie derartige Pogramme überhaupt entwerfen können. Für besondere Aufgaben und komplexe Vorfälle wird die entsprechende Software extra erstellt oder modifiziert. Mittlerweile haben sich einige Firmen auf die Rekonstruktion verlorener oder beschädigter Datenbestände spezialisiert. In fast allen IT-Systemhäusern beschäftigt sich eine Abteilung damit oder kooperiert mit einem derartigen Subunternehmer. Die wirksamste Methode sich vor Datenverlusten zu schützen ist eine gute Organisation der Datensicherung. Ganz vorsichtige Naturen speichern alle Daten redundant auf einem anderen Datenträger zeitgleich ab. Die Investition in die erforderliche Hardware für eine redundante Speicherung ist auf alle Fälle geringer, als eine Datenrettung durch eine Spezialfirma im Reinraum.